- Hundepfoten SaarPfalz e.V.
Auslandstierschutz und Transport
Wie kommt ein Hund aus einem slowakischen Tierheim zu seiner neuen Familie in Deutschland? Hier erfahren Sie, was Auslandstierschutz für uns bedeutet, wie unsere Transporte ablaufen und warum wir dabei keine Abkürzungen nehmen.
Was bedeutet Auslandstierschutz?
Auslandstierschutz heißt, Tieren außerhalb Deutschlands zu helfen – dort, wo es kaum Tierheime, wenig Geld und oft nur geringen gesetzlichen Schutz für sie gibt. In vielen Ländern Ost- und Südeuropas leben Hunde auf der Straße oder warten in überfüllten Stationen. In der Slowakei bleiben einem Fundhund oft nur 28 Tage – manchmal sogar nur 7 bis 14 –, bevor er eingeschläfert wird.
Guter Auslandstierschutz ist für uns deshalb immer zweierlei: Wir helfen vor Ort – mit Futter, Material, Zwingerbau und Kastrationsaktionen, damit weniger Hunde überhaupt in Not geraten. Und wir geben einzelnen Hunden eine Zukunft, indem wir sie in sorgfältig ausgewählte Familien nach Deutschland vermitteln. Beides gehört zusammen: Vermittlung allein würde die Tierheime nur leeren, damit sie sich wieder füllen.
Mit welchen Tierheimen wir dafür zusammenarbeiten, lesen Sie unter Hier helfen wir.
Unsere Grundsätze
Auslandstierschutz hat nicht überall einen guten Ruf – zu Recht dort, wo Hunde ohne Papiere, ohne Kontrolle und ohne Plan über Grenzen gebracht werden. Wir arbeiten anders und halten uns an drei feste Regeln.
Hilfe beginnt vor Ort
Wir unterstützen Kastrationsprogramme und versorgen unsere Partnerheime mit Spenden. Deshalb bringt jeder Transport zuerst Futter, Decken und Material in die Slowakei – erst auf dem Rückweg reisen die Hunde mit.
Erst Familie, dann Fahrt
Ein Hund reist bei uns nur, wenn vorher eine Vorkontrolle stattgefunden hat und ein Adoptionsvertrag geschlossen ist. Wir holen keine Hunde „auf Vorrat“ nach Deutschland – fast alle ziehen direkt bei ihrer Familie ein.
Selbst gefahren
Unsere Transporte fahren Vereinsmitglieder ehrenamtlich mit vereinseigenen Fahrzeugen. Wir geben die Hunde an niemanden ab und wissen jederzeit, wie es ihnen unterwegs geht.
So läuft ein Transport ab
Jeder Transport ist ein kleines Logistikprojekt. Die einfache Strecke vom Saarland in die Mittelslowakei ist rund 1.150 Kilometer lang, die reine Fahrzeit beträgt etwa elf Stunden. Dazu kommen Ladestopps in mehreren Tierheimen, Tankpausen und die vorgeschriebenen Ruhezeiten.
Auf dem Hinweg sind unsere Transporter voll mit Sachspenden, die wir direkt in den Tierheimen abladen. Vor Ort werden die Hunde, die bereits eine Familie gefunden haben, tierärztlich untersucht, ihre Papiere geprüft und jeder Hund in eine Transportbox gesetzt, deren Größe sich nach seiner Schulterhöhe richtet. Dann geht es ohne Umwege zurück nach Deutschland.
Weil sich Staus und Wetter nicht planen lassen, nennen wir keine festen Ankunftszeiten. Adoptanten können die Fahrt aber in unserer WhatsApp-Gruppe live mitverfolgen.
Papiere, Regeln und Sicherheit
Jeder Hund, der mit uns nach Deutschland kommt, reist nach den Vorschriften der EU und des deutschen Tierschutzrechts. Das ist aufwendig – aber nur so ist ein Transport legal, nachvollziehbar und sicher für Tier und Mensch.
Mikrochip & TASSO
Jeder Hund ist gechipt und damit eindeutig zuzuordnen. Unsere Hunde werden bereits vor Abfahrt bei TASSO registriert. Die Unterlagen von TASSO erhalten Sie meist drei bis vier Wochen nach dem Transport.
Geprüfte Fahrzeuge
Unsere Transporte sind beim Veterinäramt angemeldet und werden mit zugelassenen Fahrzeugen durchgeführt. Grundlage ist die EU-Tiertransportverordnung (EG) Nr. 1/2005.
Heimtierausweis
Jeder Hund hat einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Diese ist frühestens mit zwölf Wochen möglich und wirkt erst nach 21 Tagen – deshalb reisen Hunde frühestens mit 15 Wochen.
Gesundheitszeugnis
Vor der Abfahrt stellt der Amtstierarzt in der Slowakei für jeden Hund ein Gesundheitszeugnis im EU-System TRACES aus. So wissen die Behörden in beiden Ländern über jeden Transport Bescheid.
Der Transporttag
Meist spät in der Nacht rollt der Transport in unserem Vereinsheim in Marpingen-Urexweiler ein. Noch in den Transportern bereitet unser Team die Hunde nacheinander vor: Geschirr an, Leine dran – erst dann geht es durch die Vordertür unserer beheizten Halle zu den neuen Menschen. Jeder Hund kommt nacheinander dran. So kann in der Aufregung kein Hund entwischen.
Die Papiere bekommen Sie direkt an der Ausgabe, für die Wartezeit stehen Kaffee, Tee, kalte Getränke und ein paar Snacks bereit. Bitte planen Sie ein, dass Sie Ihren Hund am Transporttag persönlich abholen – einen Haustürservice gibt es nicht. Für Adoptanten, die weiter weg wohnen, legen wir kurz vor dem Transport oft zusätzliche Abholpunkte entlang der Route fest, meist im Raum Hockenheim und im Raum Regensburg.
Unsere Transporte in Zahlen
Mehr als 130 Mal sind unsere Teams inzwischen in die Slowakei und zurück gefahren. Allein bis zum 100. Transport im November 2022 kam dabei Folgendes zusammen:
rund 250.000 km
Strecke zwischen dem Saarland und unseren Partnerheimen in der Slowakei.
rund 200 Tonnen
gesammelte Futter- und Sachspenden, die wir persönlich in die Tierheime gebracht haben. Zusätzlich senden wir noch Futter per Spedition in die Slowakei.
rund 20.000 Stunden
ehrenamtliche Arbeit – allein für die Transportfahrten, ohne einen Cent Bezahlung.
2.690 Hunde
haben durch unsere Transporte ein neues Zuhause und eine Familie gefunden.
Werden Sie Teil der Reise
Jeder Transport lebt von Menschen, die mitmachen: Adoptanten, die einem Hund ein Zuhause schenken, Spender, die Futter und Diesel möglich machen, und Mitglieder, die unsere Arbeit dauerhaft tragen.